Rush Hour

April 28th, 2006

Also: Saigon hat ca. 9 Millionen Einwohnern, so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel (soweit ich weiß nur zwei Buslinien…ohne gekennzeichnete Haltestellen), und die meisten Straßen sind einspurig, gelegentlich gibt’s auch mal zwei. Für Autos braucht man eine Sondergenehmigung, die gibt’s nur mit speziellen Kontakten oder als TaxifahrerAuf Autos zahlt man in Vietnam eine Steuer von 200%. Ergo spielt sich der Verkehr quasi komplett auf Mopeds und Motorrollern ab – und fast jeder scheint hier in Saigon sowas zu besitzen. Auf den Straßen herrscht den ganzen Tag Gewusel und Lärm wie in einer Rush Hour (was nicht heißt, daß es hier nicht nochmal eine Verschärfung in der Rush Hour gibt).

Dabei gibt es eigentlich nur einige grundsätzliche Regeln: Wer vorne fährt, hat Vorfahrt, plötzliche Richtungsänderungen sind keine gute Idee, rote Ampeln haben lediglich Empfehlungscharakter. Links abbiegen ist eine besondere Herausforderung, man muß sich dabei nämlich durch die entgegenkommenden Massen durchquetschen (Filme gibt’s in der Nachbereitung).

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Weil die tägliche Dosis Abgase auf Dauer wahrscheinlich gar nicht so gesund ist, und weil viele Vietnamesinnen so blass wie möglich sein wollen, trifft man auf den Strassen viele vermummte Gestalten, oft auch mit langen Handschuhen.

Auf Mopeds wird hier übrigens auch viel mehr transportiert, als das bei uns landläufig so üblich ist…

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Am meisten Spaß macht das Fahren auf jeden Fall eindeutig in den warmen Sommernächten, dann ist die Bahn relativ frei, und man kann gelegentlich ungeahnte Geschwindigkeiten (70km/h!) erreichen.

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Jetzt aber: Hanoi

April 26th, 2006

Gestern hat sich das frühe Aufstehen gelohnt: Um 6:30 ging’s mit Vietnam Airlines nach Hanoi. Mein Eindruck: Dort ist alles nicht ganz so hektisch und bunt wie in Saigon. Dafür gibt es am Regierungssitz (mit sehenswerter Altstadt) reihenweise sozialistische Propagandaplakate und viel Militär, außerdem das Ho-Chi-Minh-Museum und das Ho-Chi-Minh-Mausoleum.

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Besonders schön und eine richtige Oase der Ruhe: Der Literaturtempel “Van Lieu”.

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Übrigens war ich seit San Sebastian nicht mehr in einer Stadt, in der es an derartig vielen Stellen nach Pisse gerochen hat wie gestern in Hanoi ;-)

Hochzeit (Teil IV)

April 24th, 2006

Nachdem uns heute morgen (am 24.04.) um 5:30 im Flughafen klar wurde, daß wir Tickets für den 25.04. haben, ist der Trip nach Hanoi fürs erste geplatzt. Also gibt’s den Bericht über Teil IV der Hochzeit auch schon früher.

Um 17:30 geht’s mit dem Großraumtaxi runter in die Innenstadt zum Feiern, das Brautpaar muss am Eingang alle Gäste begrüssen, und die Gäste unterschreiben in einem kleinen Büchlein und dürfen Umschläge mit Spenden (die Umschläge werden sinnigerweise schon mit der Einladung verschickt, und zwar personalisiert) abgeben. Anhand des Inhalts weiß man auch, was man in etwa demjenigen selbst bei einem ähnlichen Anlass mitbringen sollte.

19:00 ging’s dann los mit einer interessanten Tanzdarbietung inklusive Konfettikanone und Tischfeuerwerk (sorry, die Bandbreite macht Filme hochladen quasi unmöglich, das gibt’s dann in der Nachberichterstattung). Dann (Licht aus, Spot an) marschiert das Brautpaar ein und muss in der konsequenten Deko mit echtem Geiger und unter Seifenblasenregen Torte anschneiden (90% Holz, eine Schicht ist echt) und noch so einige Dinge mehr.

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Später gibt’s dann noch eine Ansprache von den zugehörigen Eltern, dann nochmal 6 Gänge Essen (macht in Summe 11). Zum Essen hat ein vietnameisches Quartett gespielt – und der Keyboarder hatte den Blues, wirklich. Dazu kommt auch noch ein passendes Filmchen, aber das geht nur bei Jochen im Büro, 18MB am Stück hält die Verbindung hier nie…

Falls ich’s noch nicht erwähnt habe: Jochen und Tram (die Braut) haben eine klasse Figur abgegeben. Aufs Foto wollte ich aber natürlich mit Tram (auf dem Photo LINKS).

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Um 9 war Schluss, und den Rest des Abends haben wir dann gemütlich auf dem Küchenboden bei Eistee und Bierchen verbracht…

Hochzeit (Teil I-III)

April 23rd, 2006

Gestern wurde vor der Haustür schonmal ein kleiner Himmel aufgebaut, der Eingangsraum wurde geleert, die Wand geschmückt (berechtigter Kommentar von Jochen: “Ich habe die Farben nicht ausgesucht, es erinnert mich aber an einen Kindergeburtstag”) und auch ein kleiner Altar (versehen mit den Bildern der Grossväter der Braut) aufgebaut.

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Heute morgen war’s soweit – Jochen und Tram haben geheiratet. Das Prozedere hierzu (Trams Familie ist katholisch, ergo lief auch die Hochzeit scheinbar so, wie eine traditionelle katholische Hochzeit hier üblicherweise läuft) sah bis jetzt in etwa so aus: Um 8:30 gab’s einen Empfang im Haus, dabei durften 6 Freunde/Verwandte des Bräutigams (darunter auch ich) jeweils ein traditionelles Geschenk an jeweils eine Freundin/Verwandte der Braut übergeben. Die drapieren das alles dann ordentlich auf einem Tisch vor dem Altar, und Braut und Bräutigam packen es der Reihe nach aus. Unter den Geschenken war auch ein kompletter Gockelhahn (völlig federlos und scheinbar schon fritiert) in einer Reisschale, leider gibt’s davon erstmal kein Foto, ich war ja beschäftigt. Ein paar Zeremonien später (zwischendurch hatte man den Eindruck, daß das alles vor allem für die Photographen/Filmer passiert, die ständig eingreifen und korrigieren, damit auch alles hübsch im Bild ist) ging es dann um 10 in die hiesige Kirche (eine Mischung aus klassischer katholischer Kirche und Neonreklame), wo man sich (scheinbar, ich spreche ja kaum vietnamesisch) erfolgreich das Ja-Wort gegeben hat.

Um 11 gab’s dann wieder Empfang im Haus mit 5-Gänge-Menü und Bier auf Eis.

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Jetzt ist Pause, und um 6 Uhr gibt’s die offizielle Party in der Stadt…später also mehr!

Kulturelle Verwirrung

April 22nd, 2006

Die Vietnamesen mischen gerne Ihre eigene Kultur mit anderen Einflüssen zusammen. Das ist gelegentlich völlig absurd und äussert sich beispielsweise in weihnachtsartiger Deko in den Häusern, Madonnenstatuen mit Heiligenscheinen aus Neonröhren (das Bild gibt’s gelegentlich auch hier im Blog im Header), Autos, die im Rückwärtsgang wie schon erwähnt “Jingle Bells/I Wish You A Merry Christmas” spielen, oder wie heute Abend in einem leckeren Seafood-Restaurant: Ein wildfremder Vietnamese kommt an unseren Tisch, um mit uns anzustossen (bei Leuten, die mal im Westen waren, scheint das öfter vorzukommen), hält uns sein leeres Teeglas hin, das noch voller Eiswürfel ist, und besteht darauf, daß Rotwein in sein Glas soll. Davon ist er auch nicht abzubringen. Garniert wird dieses Erlebnis von einer schrägen Tanzdarbietung einiger Damen in traditionellen Gewändern – und zwar zur “schönen blauen Donau”. Wow.

Nightlife

April 22nd, 2006

Gestern Abend sind wir eine Runde um die hiesigen Häuser gezogen…sozusagen Jochens Junggesellenabschied (aber bitteschön mit Stil, er wurde also eingeladen, nix weiter).
Los ging’s im Gossip, eine Disco am Saigon River. Viele, viele, viele, viele extrem hübsche Mädels (nee, ich habe keine Fotos gemacht), aber unglaublich beschissene Musik von DJ Thang. Der kannte nur einen Modus, und der heisst Brachialgewalt und immer feste druff. Aber das war hier vor drei Jahren schon genauso, egal in welchen Laden dieser Art man geht. Keine Frau der Welt sieht so gut aus, dass man das einen ganzen Abend aushält.

Später waren wir dann auch noch im “Apocalypse Now”…jaja…die Tanzfläche ist weg, aber der Rest ist noch so schön anzusehen wie früher. Und damit die Leserschaft nicht zu enttäuscht ist, wengistens ein Bild aus diesem Laden – das gute alte Bier 333 – sprich “bia ba ba ba”.

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Um 12 (die Polizei kontrolliert derzeit wohl sehr streng) müssen die Läden dicht machen, und um 0.30 sind wir dann los – und es gibt kaum was Schöneres, als in einer warmen Sommernacht 15 Minuten mit dem Moped durch Saigon zu fahren, Davon gibt’s dann demnächst Bilder. Erstmal steht jetzt ein dickes Essen und eine Hochzeit an, und am Montag geht’s mit dem Flieger nach Hanoi.

Frühstück

April 22nd, 2006

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“Cafe da” (Eiskaffee) und “pho” (Nudelsuppe mit ordentlich Chili drin). Wenn man davon nicht wach wird…

flickr nervt.

April 22nd, 2006

So, bevor ich jetzt anfange, die Blogeinträge für die Woche quasi nachzuschieben (Ist das eigentlich legitim? Ist mir wurscht, ich tu’s), muss ich hiermit loswerden, dass flickr in den letzten Tagen nur genervt hat. Klar ist es mein Problem, wenn ich mir mein altes Login nicht merken kann, aber dass ich KEINEN neuen Account mit gleicher email anlegen kann (dann MUSS man nämlich mergen, und dazu braucht man wieder das Login vom alten Account), das nervt. Soviel dazu- jetzt werden erstmal Daten geschaufelt…und dann gibt’s footage…

Hässlich, aber lieb

April 21st, 2006

Nein, die hiesigen Mädels meine ich damit nicht. Da isses eher umgekehrt ;-)

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Das ist jedenfalls Betty (einer von vier Hunden hier im Haus). Nach anfänglichem Fremdeln verstehen wir uns mittlerweile außergewöhnlich gut…

Saigon I

April 20th, 2006

Tjaaaa, alles nicht so einfach hier mit dem bloggen. Zum einen gibt’s hier gelegentlich einen Tag lang gar kein Internet in der Stadt, zum anderen ist eine stinknormale Modem-Verbindung halt doch nicht soooo schnell. Ergo auch erstmal keine Bilder – ohne sftp und flickr-account (es hat auch seine Nachteile, wenn mozilla sich alles merkt) isses natuerlich ohnehin schwer.

Zum Kern der Sache: Hier laesst es sich wie erwartet RICHTIG gut leben. Nette Menschen, 35 Grad, Sonne, exzellente Verpflegung – was will man mehr? Am nachmittag ein bisschen Einkaufen (JEDER solle einen Massanzug fuer 50Euro haben. Besser noch zwei davon. ), dann noch futtern, Tiger Beer und eine kuehle Brise auf der Dachterrasse. Das Leben ist schoen – auch mit einem mexikanischen(!) Laptop ohne Umlaute.

Morgen gibt’s dann hoffentlich mal eine schoene Breitwand-Verbindung, dann wird ordentlich footage hochgeladen :-)

Kleiner Nachtrag: Möglicherweise sind die Netzprobleme ja auf die eigenwillige Form der Verdrahtung in Saigon zurückzuführen…

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