Das war’s dann also. Genau wie vor zehn Jahren hat ein Tor gefehlt, der FCK steigt ab (wohl zurecht), der Plastikverein bleibt drin. Jetzt also Aue, Burghausen, Paderborn. Und Koblenz.
Ein Gutes hat der gestrige Tag aber auf jeden Fall gehabt: Der Anblick von Wolfsburg führt dazu, dass man Kaiserslautern trotz all seiner Schwächen und Bausünden als regelrechte Perle empfindet. Um das zu illustrieren, folgen jetzt einige Impressionen aus der historischen Altstadt der 1938 von Hitler zur Produktion von Volkswagen gegründeten Stadt im ehemaligen Zonenrandgebiet. Wir starten hierzu direkt am Bahnhof und begeben uns in die gegenüberliegende Passage, landen auf einer traumhaften Plaza und finden dort ein einladendes Geschäft neben dem anderen. Leider hatten wir kein Zahngold dabei.


Wolfsburger Provokationsversuche nach dem Spiel (”Ihr könnt nach Hause fahr’n”) konnten wir nach diesem Anblick lachend mit “Wir woll’n nach Hause fahren”, “Wir können heimfahr’n und ihr nicht” bzw. “Wir müssen nie mehr nach Wolfsburg” kontern. Es ist zu bezweifeln, daß die Botschaft ankam.
Auf der Rückfahrt hat die Polizei dann freundlicherweise bis Göttingen alle Tankstellen an der Autobahn gesperrt, was uns dazu gezwungen hat, mit den letzten Tropfen Sprit in ein unbekanntes Gewerbegebiet in den Einöden von Salzgitter zu fahren. Dank hilfreicher Hinweise vom dort ansässigen islamischen Kulturverein “Hosgeldin Ramazan” hat das dann auch gerade noch so geklappt, und wir haben unter enthusiastischem Jubel eine mit zwei Zapfsäulen bestückte Tankstelle gefunden. Dem einzigen dort sonst vorhandenen Kunden (vielleicht hat er seinen Abend aber auch nur aus Spaß dort verbracht) konnten wir nur unter Mühe erklären, daß der FCK abgestiegen ist.

Und um den Samstag gebührend zu beenden, gab’s kurz hinter Kassel die Belohnung für die Strapazen des Tages: Ein “Hütt Luxus Pils” um Mitternacht auf einer deutschen Autobahnraststätte: Bonjour tristesse, willkommen in der Zweitklassigkeit.
