Von wegen superjeilezick.

Auswärtsspiele in Köln sind traditionell eine schöne Sache. Und nicht nur, weil das Schicksal einfach nicht vorgesehen hat, dass Köln als Sieger vom Platz geht. Daran ändern scheinbar auch Glück (in Form eines Eigentors) und ein Heimschiedsrichter (das zweite Kölner Tor war Abseits, und die zwei roten Karten für den FCK völlig überzogen) nichts. Dann macht man eben mit 9 Mann den Ausgleich, mit 10 hätte es vermutlich für einen klaren Sieg gereicht ;-)

20061215 Koeln-FCK 002

Nein, was in Köln immer besonders schön war, das war die Atmosphäre vor, während und nach dem Spiel. Das war am Freitag allerdings ganz anders. Aggressive und mehr oder minder kahlköpfige Idioten gibt es ja überall, aber in dieser Menge wie in unserem Block in der Nordtribüne hab ich sie selten gesehen, schon gar nicht in einem Sitzplatzblock(!). Eigentlich haben sich die Jungs die meiste Zeit mit dem Gästeblock und den diversen Lauterern im Block beschäftigt, es wurde ohne Unterlass gepöbelt und gedroht. Ordner und Sicherheitskräfte waren aber leider nicht in Sicht. Beim 2:2 haben wir dann schon gar nicht mehr erkennbar gejubelt, und kurz später sind wir vorzeitig gegangen (danke an den netten Exilpfälzer im Block für die Sicherheitshinweise). Immerhin haben sich ein paar Ordner nach oben bewegt, nachdem wir unten auf die Stimmungslage aufmerksam gemacht haben. Die Polizisten hatten nur den dümmlichen Kommentar “Wie können ja nicht jeden Platz bewachen” parat. Dankeschön.
Es passt auch ins Bild, dass man auf dem Nachhauseweg (Strassenbahn war uns zu heikel) FC-Fans trifft, die begeistert “Deutsche Frauen deutsches Blut” gröhlen. Das Spiel in Köln war mit Abstand das widerlichste, was ich in 15 Jahren Fussballschauen erlebt habe.

PS: Aber das Stadion, das ist wirklich schön.

2 Responses to “Von wegen superjeilezick.”

  1. Wolfy Says:

    Normal trinken die Kölner immer nur Bier und kommen damit üblicherweise auch klar. Aber den Prolos darf man sowas nicht zur Verfügung stellen, das dröhnt die Birne nur noch mehr zum Hohlraum.
    :o

  2. Wolfy Says:

    :idea:
    Für Nicht-Rheinländer ist es jedenfalls wichtig zu wissen, dass ‘superjeilezick’ nicht ‘supergeile Zicke’ bedeutet, sondern ‘sehr gute Zeit’.
    Dass das nicht klappt, wenn sich sexuell und beruflich frustierte Looserboygroups im Station an anderen hochziehen wollen, ist klar. Das Phänomen verlagert sich zur Zeit immer mehr auf die unteren Fussball-Ligen, weil die Bundesligaclubs bessere Connections zur Polente pflegen, und die Looser dann zu Stadien ausweichen müssen, wo das Personal sich kein Bein ausreist.
    Nix draus machen und Material für Novellen sammeln ! :D

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